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Sonntag, 2. April 2017

Trailsuche in Greimerath

Als ich heute Morgen wach wurde tat mir alles weh. Arme, Beine, Rücken taten sich allerdings besonders hervor. Ich fischte mir das Handy vom Nachtisch um zu sehen wie spät es war und sah das Alex mir bereits geschrieben hatte... Irgendwas mit Biken und dass er gleich vorbeikommt. Ich drehte mich wieder rum.
Offenbar war Alex der Meinung dass es das beste sei, sich den Muskelkater durch die Erschütterungen von ein paar hundert Wurzeln wegvibrieren zu lassen. Tolle Idee.
Tatsächlich rangen wir beide innerlich mit uns die Sache abzublasen, aber das Wetter ließ uns keine Wahl. Unerbittlich zeigte sich der Himmel von seiner besten Seite. Weit und breit kein Wölkchen womit man eine Absage hätte begründen können. Niemand hätte es je erfahren. Es hätte keine Fragen gegeben.. Ich hätte einfach liegen bleiben können. Stattdessen packten wir den Kram ins Auto und fuhren nach Greimerath.
Da ich vor lauter Muskelkater mein Garmin zuhause vergessen hatte, starteten wir mit einer Tasse Kaffee und einer Karte unsere Routenplanung. Wir sind bei unserer Follow the Sloth-Tour ein paar Trails bergauf gefahren die wir uns heute mal in der Gegenrichtung ansehen wollten. Nachdem wir uns einen groben Plan zurechtgelegt hatten ging's los.
Wir schlugen einen weiten Bogen nach Osten in Richtung Weißkirchen, um uns dann nach Süden zu wenden, Richtung Scheiden. Nach ein paar Kilometer fanden wir unsere erste Abfahrt. Ein schneller Trail, der über viel Geröll hinab ins Tal führte. Auf den letzten Metern wird der Pfad überraschend von einem kleinen Bach gekreuzt... und plötzlich ist man klatschnass =) Offenbar waren wir immerhin auf dem richtigen Weg.
Alex nutzte die heutige Tour um ein bisschen an seinen Dämpfereinstellungen rum zu experimentieren. Was bedeutete dass regelmäßig kürzere Pausen entstanden die ich als, naja.. Pausen nutzte. Win-Win, Baby!
Tatsächlich fanden wir einige schöne Abfahrten, und zwar in einem relativ breiten Spektrum von "schön". Von der Sorte technischeigentlicheinbisschenzuuiuiui-schön, bis hin zu easyflowig-schön war einiges vertreten.
Die Höhenmeter die wir dabei hinab fuhren sammelten wir uns danach mühsam wieder zusammen. Dabei trafen wir leider auch wieder auf einige steile Trag- und Schiebepassagen. Ja gut, gehört dazu. Aber falls es jemand überlesen haben sollte - der Muskelkater von gestern und so...
Ohne das Garmin bogen wir zwar hin und wieder falsch ab, aber insgesamt lief es eigentlich ganz gut. Nach einer Pause irgendwo südlich von Scheiden wollten wir den Rückweg einschlagen. Wir hatten uns ganz gut geschlagen für heute, aber langsam war die Luft raus. Außerdem hatte ich schon wieder zu lange damit gewartet etwas zu essen. Ich weiß nicht wie oft ich den Fehler noch machen muss bis ich mal etwas esse bevor ich den Hunger spüre.
Wir machten uns also auf den Rückweg. Ein spaßiger Trail folgte auf den nächsten und ich dachte bereits dass der Rückweg ja überraschend gut läuft. Seltsamerweise auch mit vielen abschüssigen Streckenabschnitten. Und das obwohl wir doch noch so viele Höhenmeter vor uns glaubten. Rückblickend hätte es einem also durchaus früher auffallen können, uns fiel es leider nicht auf. Erst als wir auf ein Schild trafen worauf geschrieben stand "Losheim - 0,3 km".
Was bedeutete dass wir nicht nur unsere eigentlichen Richtung (Nordwesten) leicht verfehlt hatten und nach Süden gefahren waren, sondern obendrein hatten wir dabei auch noch ordentlich Höhenmeter verblasen.
Ich weiß nicht mehr ob es vielleicht Reinhold Messer, oder sonst jemand war bei dem ich so etwas gehört hatte, aber wenn einem die Aussichtslosigkeit seines Unterfangens plötzlich klar wird, ist man wohl trotz der körperlichen Erschöpfung häufig gar nicht niedergeschlagen, sondern seltsam entrückt. Es wirkt belanglos. Ich kann das jetzt bestätigen =)
Trotz den wirklich, wirklich schlechten Neuigkeiten mussten wir es wohl so hinnehmen und uns einfach auf den (plötzlich deutlichen längeren) Rückweg machen.
Glücklicherweise hatten wir auch hier einen überraschend hohen Trailanteil. Ein Umstand er den Rückweg sicherlich anstrengender machte als nötig gewesen wäre, aber es machte ihn eben auch unterhaltsamer. Zwischendurch kontrollierten wir nochmal die Karte - nur für den Fall - und strampelten uns langsam zurück Richtung Greimerath.
Zum Glück kommt auf den Dörfern immer noch der Eis-Mann! Der sorgte heute dafür dass unmittelbar nach unserer Ankunft die Welt wieder in Ordnung war =)
Alex' Mom setzte noch einen drauf und überraschte uns heute mit unglaublich leckerem Löwenzahnsalat mit ausgelassenem Speck und Eiern. Dazu Bratkartoffeln und Blumenkohl. Nachtisch gab's auch noch und ehrlich gesagt bin ich nicht sicher wir die heutige Kalorienbilanz ausfallen würde =) Danke für's aufpäppeln!